105. Time to be fearless

Weglaufen rettet dir manchmal das Leben. Standhalten und sich deiner Angst stellen ebenso.

104. Gleichheit

Gleichheit vor dem Gesetz und in den Bürgerrechten bedeutet eben nicht die Einzigartigkeit jedweden menschlichen Lebens zu ignorieren, sondern gerade, in Kenntnisnahme und Achtung derselben, einen verbindlichen und allgemein gültigen Rahmen zu schaffen, in dem Menschen in Frieden und Freiheit miteinander die Vielfältigkeit des menschlichen Daseins zur gegenseitigen Bereicherung erblühen lassen können.

103. Keine Chance

Selbstbestimmte und befriedigende Sexualität ist der Horror jedweder fanatischen Weltsicht. Wie willst du auch jemandem Angst vor dem Anderssein eintrichtern, der sich gerade schnurrend vor Vergnügen in seinem Anderssein räkelt? Genormte Sexualität und die Deutungshoheit darüber, was „gut“ und „richtig“ oder „natürlich“ und „unnatürlich“ sei, war schon immer ein wichtiger Pfeiler im Spiel um Macht. Im Großen, wie im Kleinen. 

102. Trauma und Anspruch

Die Ansprüche und Erwartungen an traumatisierte Menschen sind von diesen einfach nicht in der gewünschten Art und Weise zu erfüllen, denn diese Ansprüche basieren auf einer Vorstellungswelt, die von den realen Erfahrungen dieser Menschen meilenweit entfernt sind.

101. Für was?

Dein Dagegensein erscheint mir unglaubwürdig, solange ich nicht verstehe, wofür du eigentlich bist. Für ein paar konkrete Hinweise deinerseits wäre ich dankbar.

100. Lebenslust

Genuss, um des Genusses willen, Lust, um der Lust willen, Freude, um der Freude willen. Keinen anderen Grund. Nur diesen jeweils einen. Nicht aus einem Mangel, sondern aus einer Überfülle an Leben heraus und um des Lebens willen. Das zeichnet kleine Kinder aus. Man gab und gibt sich redlich Mühe, ihnen dies gründlich auszutreiben. Sie nennen es Erziehung. Und mir wird schlecht.

99. Weltverbesserung

Du willst die Welt verbessern? Dann kümmere dich erstmal liebevoll um dich. Dann wird das auch was mit der Welt. Versprochen. 

98. Nicht weg

Wir vergessen zu schnell, zu gerne, zu bereitwillig. Aber, Vergessen bedeutet nicht, dass es ungeschehen gemacht wird. Es bedeutet auch nicht, dass wir die Auswirkungen des Geschehenen nicht weiter in uns tragen.

97. Pendeln

Es gibt immer mehr als einen Blick auf eine Situation. Das beunruhigt dich jedoch nicht, denn du hast gelernt, gelassen zwischen den unterschiedlichen Sichtweisen hin und her zu pendeln.

96. Radau

Schweigen macht manchmal einen ohrenbetäubenden Radau.

95. Kein Zurück

Deine verworrene Sehnsucht ist oft nichts anderes als der verzweifelte Wunsch nach Rückkehr in den Mutterleib: Rundumversorgung ohne eigene Verantwortlichkeiten. Blöd gelaufen. Es gibt keinen Weg zurück. 

94. Mauerarbeiten

Die Mauern, die dich umgeben, die entwirfst und baust du selbst. Falls du noch nicht bereit dazu bist, sie einzureißen, modelliere sie doch ein wenig um: Hier eine Schießscharte, dort ein Abzug, da drüben ein kleines Fensterchen. Vielleicht gar eine schmale Zugbrücke? Man weiß ja nie.

93. Rhythmus

Mittelmaß ist nicht dein Lebensrhythmus, oder? Sei frech, neugierig, ungewöhnlich, mutig, rebellisch. Sei schräg und liebevoll mit brennendem Herzen. Sei zornig mit Verstand, kreativ mit allen Sinnen, umarme deine Angst und schenk dir selbst dein schönstes Lachen. Schmeiß dich ins Leben, mach Fehler und lerne daraus. Das Abenteuer wartet. Worauf wartest du?

92. Sinn. Verweilen

Der Weg verändert das Ziel.
Er überprüft und kalibriert es.
Er passt an und verwirft.
Er schleift und filtert das Wesentliche heraus.

Deshalb sind Gelassenheit und Flexibilität Dinge, die du am Anfang des Weges in deinen Rucksack packen solltest. Ansonsten kann es dir passieren, dass du die Schönheiten und Chancen von Abzweigungen übersiehst und dir keine Zeit zum Sinn stiftenden Verweilen erlaubst.

91. Kein Ersatz

Kinder sind kein Partnerersatz. Sie können deine Einsamkeit, deine Traurigkeit, deine Unfähigkeit zu einer erwachsenen, partnerschaftlichen Beziehung niemals für dich auflösen.

90. Was gut ist

Bevor du mir erzählst, was alles nicht stimmt in deiner Beziehung, sprich mir doch von all dem Wunderbaren, von all den Dingen und Eigenschaften, die du schätzt und liebst an deinem Gegenüber. Sag nicht, da wäre nichts, denn wäre da wirklich nichts, dann wärst du jetzt nicht hier, sondern würdest deinen Umzug organisieren.

89. Reduktion

Sexualität ist Sinnlichkeit. Sinnlichkeit ist jedoch weit mehr als die, durch die jeweilige Kultur, genormte Sexualität. Lass dich nicht reduzieren auf einige Aspekte vorgekauter Erfüllung. Vertraue dir.

88. Du? Bist?

Erst das Akzeptieren all dessen was du bist, macht es dir möglich, so zu werden, wie du sein willst.

87. Dein Jetzt

Mehr als das Jetzt wird es niemals geben. Was du damit und daraus machst, ist ganz allein deine Sache. Denn es ist dein Jetzt und nicht meines.

86. Sprechen

Du redest viel und sagst doch nichts.
Du schweigst und sprichst doch Bände.