144. Heimlich?

"Träumst auch du heimlich von einer friedlichen Welt?"

"Wieso denn heimlich"?

143. Deine Verantwortung

So etwa: Ich kann verstehen, warum du so bist, wie du bist. Aber das entschuldigt nicht dein Tun. Es gibt so viele Menschen, die unter genau den gleichen beschissenen Umständen wie du groß geworden sind und sie sind trotzdem offen, freundlich, liebevoll, selbst denkend und mitfühlend. Kein Ablasshandel also. Deine Entscheidungen. Deine Verantwortung. Aus dieser Kiste kommst du nicht raus. 

142. Meine Themen

„Gewalt, Rassismus, Erziehung? Frau Müller, könnten Sie bei Ihren Themen bleiben!“

„Aber, das! sind meine Themen. Gerade als Therapeutin.“

141. Wen interessiert es

"Auf deutsch: Wir gehen denen doch am Arsch vorbei."
"Denen?"
"Denen, die noch an unserem elendigen Verrecken ihr Maximum an Profit rausschinden. Denen, genau denen."

140. Alles schon gesagt

Und allereigentlich ist eh schon alles Wesentliche vor Abertausenden von Jahren in Höhlen an die Wände gekratzt und in Stein gemeißelt worden: Jagen, essen, kämpfen, lieben, fortpflanzen und dafür kreative Beschreibungs- und Ausdrucksformen finden (Kunst/Philosophie/Mathematik) - fertig. Ich finde das beruhigend und entlastend. 

139. Hass und Verzweiflung

Wenn du nichts mehr zu verlieren hast, wenn alle Hoffnung dir genommen wurde, dann bleibt nur blanke gärende Wunde. Hier wird dem zukünftigen Hass, geboren aus abgrundtiefer Verzweiflung, ein fruchtbarer Boden bereitet. Es wird uns um die Ohren fliegen. Zu Recht. Völlig zu Recht.

138. Kuschelig

Ich bin nicht mit einer seltsam sehnsüchtigen, kuscheligen Spontaneität gesegnet.
Das macht es auch nicht einfacher. 

137. Sprachverrohung

Die Verrohung der Sprache ist die Planierraupe für reale Gewalt,
da sie die antrainierten Hemmschwellen im sozialen Verhalten glättet.

136. Seelenhunger

Wie hungrig muss die kindliche Seele damals geblieben sein,
wenn der erwachsene Mensch sich schon mit ein paar spärlich
verteilten Häppchen einer doch selbstverständlichen,
mitmenschlichen Aufmerksamkeit anscheinend gesättigt fühlt.

135. Regeleien

Eine der wichtigsten Regeln, die mein Großvater mir schenkte:
Du kennst die Regeln. Du kennst die Folgen eines Regelbruches.
Wenn du die Regeln brichst, dann tue es bewusst.
Mit ganzem Herzen. Und dann trage die Konsequenzen.
Ohne zu jammern.

134. Statistik

Eine Hand auf der heißen Herdplatte, andere Hand im Eiswasser. Statistik würde sagen: Deine Temperatur ist im angenehmen Wohlfühlbereich. 

133. Nennt es beim Namen

Nennt Gewalt Gewalt, Mord Mord, Folter Folter, Krieg Krieg. Lasst die verlogenen Mäntelchen von Religion und sonstigen Quatsch dabei einfach weg.

132. Mein Schmerz

Ich kleidete so manchen Schmerz von mir in feine Worte, doch taucht er ab und an überraschend wohlgelaunt im alten Gewande auf, hebt sein Köpfchen und schleudert mich mit einem zwinkernden Grinsen in die emotional klebrigen Netze von vergangenen seelischen Verletzungen, von denen ich annahm, sie seien längst vermodert und die doch so beißend verbissen im Jetzt verweilen mögen.

131. Deine Verantwortung

Die Reflexion der eigenen Geschichte, das Resümee aus den eigenen Erfahrungen – deine Verantwortung. Und nur dir selbst gegenüber bist du rechenschaftspflichtig.
Dein einziger Maßstab sei der selbstkritische Blick in den Spiegel: Erkennst du dich noch? Liebst du dich noch? Bist das noch du, oder schaut dich da ein Fremder, eine Fremde an?

130. Definition Rassismus

Meine Definition von Rassismus: Abwertung und daraus folgende Diskriminierung von Menschengruppen aufgrund von frei und willkürlich zugeschrieben negativen Eigenschaften, die sich angeblich kausal festmachen lassen an Herkunft, Ethnie, Religion, Status, Alter, Geschlecht, sexueller Identität.

Anders: Einer nicht homogenen Gruppe eine Homogenität lediglich aufgrund von Herkunft, Ethnie, Religion, Status, Alter, Geschlecht oder sexueller Identität zu unterstellen und dieser imaginierten Gruppe und jedem potentiellen Gruppenmitglied dann pauschalisierend und willkürlich negative Eigenschaften zuzuschreiben, um im Weiteren aufgrund der vorgeblichen Logik, Diskriminierungen zu rechtfertigen.

129. Meine Zufriedenheit

„Was bedeutet Zufriedenheit für Sie, Frau Müller?“
„Dass ich das, was ich bin, auch sein will und sein darf.“

128. Menschentier

Der Mensch ist ein anmaßendes Getier und letztendlich 
zahlt er früher oder später den Preis dafür.

127. Wahlfreiheit

Jeder Mensch hat das Recht zwischen einer Vielfalt von gleichwertigen Lebens- und Beziehungsmodellen frei und eigenverantwortlich für sich wählen zu können. Aus dieser Wahl dürfen weder ihm noch einem anderen Menschen gravierende psychische, soziale, gesellschaftliche, wirtschaftliche oder sonstige Vor- oder Nachteile entstehen.

126. Heimat

Heimweh ist die Sehnsucht nach Gefühlen, die wir im Nachhinein bestimmten Orten zuordnen. Doch wir und die Orte haben uns längst verändert. Es gibt kein Zurück. 

125. Draußen

Alles, wovor du dich ängstigst, wird passieren. Na, bravo!
Dann könntest du auch die Tür öffnen und draußen
das Unbekannte dir bekannter machen.