"Da ist nichts mehr, was ich zusammenreißen könnte.
Fliegende Fetzen, unendlich viele fliegende Fetzen. Und bei jedem, den ich
taumelnd erwische, frag ich mich, ob dieser wirklich zu mir gehören könnte,
denn ich erkenne ihn nicht."
Manchmal ist es völliger Unsinn einfach stehen zu bleiben. Es könnte dir das Leben kosten. Dann musst du laufen, rennen, dich verstecken. Und manchmal, da musst du dich deiner Angst stellen. Musst Stand halten und schreien, toben, kämpfen. Weil du sonst sterben wirst. So oder so.
Ich
nenne dich Arschloch, wenn du dich wie eines verhältst. Deine Herkunft,
Religion, Hautfarbe oder sonst was sind mir dabei egal. Das! nenne ich
Akzeptanz!
Können
wir uns darauf einigen, dass wir jedwede Form von nicht einvernehmlicher
physischer und psychischer Gewalt, Demütigung, Respektlosigkeit und
Erniedrigung ohne Wenn und Aber ablehnen, öffentlich verurteilen und aktiv als
nicht gesellschaftsfähig ächten?
Wenn
deine Angst mein Gewinn ist, warum sollte ich dann irgendwas tun, damit du
deine Ängste verlierst? Ganz im Gegenteil werde ich sie doch lieber mir zum
Wohle weiter nähren und füttern. Du wirst dich dann in deinen Ängstlichkeiten
derart verfangen, dass du mich, ohne große weitere Anstrengungen meinerseits,
immer wieder als den Heilsbringer hofieren wirst. Denn ich gebe deinen Ängsten
Namen und Gesichter. Meine vermeintliche Größe gibt dir das Gefühl, deine
Ängste in den Griff zu bekommen. Du wächst ein kleines bisschen innerlich,
indem du mich groß machst. Ohne mich wärst du vielleicht einfach nur mutig,
kreativ, flexibel, lebendig. Doch ich wäre dann ein Nichts. Das kann und werde
ich nicht gut heißen. Also lass uns weiter nach meiner Melodie tanzen. Tanze,
tanze, tanze, du dummes Ding.
Man
ging respektlos mit ihnen um, sah voll anmaßendem Stolz auf sie herab und
lehrte sie im Dreck zu kriechen und sich vor den Herrschenden zu beugen. Was
glaubst du, sollte daraus werden? Niedliche Wesen, die Blümchen verteilen und
Hula Hoop tanzen zu unserer Ergötzung?
Das
System verschlingt alles, was anders ist und ihm dadurch gefährlich werden
könnte, und kotzt es in einer sich selbst stabilisierenden Form wieder aus.
Vielleicht
sind wir, als Menschheit, auch einfach noch zu blöd dazu und unseren
Festplatten fehlen noch die richtigen Kapazitäten und Programme, um aus der
wachsenden Komplexität von Welt eben solche komplexe Gesellschaftsentwürfe zum
Wohle aller zu erschaffen. Wenn dem so wäre, dann bestünde zumindest: Hoffnung.
Begehren,
nicht aus einem Mangel heraus, sondern aus innerer Fülle. Aber, was ist mit
dieser Sehnsucht, diesem brennenden Verlangen in einem? Die Fragen, die ich mir
dann stelle: Wer sehnt da ihn mir? Was verlangt nach Sättigung? Was brennt da?
Wie kann ich es befriedigen? Brauche ich da jemanden dafür, oder versage ich
mir gerade etwas selbst? Manchmal finde ich die Antworten und manchmal nicht.
Das ist okay. Ich bin da sehr wohlwollend mit mir. Und wenn mir das alles zu
viel und zu blöd wird, dann verschenke ich mich einfach. Ohne Wenn und Aber.
Vertraue mir. Es wird sich schon finden und wenn es ein Griff ins Klo war und
ich mich nur selbst betrogen habe, dann war es bestimmt für etwas gut. Und sei
es nur für diese späte Erkenntnis.